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Jodmangel – das unterschätzte Risiko

Jod ist lebensnotwendig

Da es unser Körper nicht selbst herstellen kann, muss es mit der Nahrung aufgenommen werden.

Leider zählt Deutschland zu den Jodmangelgebieten. Schuld daran ist die letzte Eiszeit, bei der das leicht wasserlösliche Jod durch das Schmelzwasser der Gletscher aus dem Boden gewaschen und ins Meer gespült wurde. Dadurch sind die Böden und die darauf wachsenden Pflanzen, ebenso wie das Trinkwasser jodarm.

Auch deshalb haben mehr als 10 % der Bevölkerung durch zu geringe Jodzufuhr Probleme mit der Schilddrüse.

Die Schilddrüse

Sie ist ein 20-25 g schweres, kleines Organ, welches sich im Bereich des Schildknorpels hufeisenförmig um die Luftröhre legt. Sie bildet 2 Hormone, Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).

Diese Hormone spielen eine wichtige Rolle bei Stoffwechselvorgängen in unserem Körper, so sind sie unter anderem beteiligt am Glukosestoffwechsel in der Leber und auch beim Fettstoffwechsel.

Außerdem sind die Hormone für das Wachstum lebensnotwendig. Die Schilddrüse enthält ca. 8 mg Jod.

Da dieses Jod ständig für die Bildung der beiden Schilddrüsenhormone gebraucht wird, ist es notwendig, dem Körper Jod in Form von Jodid zuzuführen.

Benötigt werden nur sehr kleine Mengen:

  • Erwachsene ca. 200 µg ( = 0,0002 g ) pro Tag,
  • Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Jodbedarf, 230 bzw. 260 µg täglich.
  • Kinder und Jugendliche, je nach Alter zwischen 100 und 200 µg.

Darum zählt man Jod auch zu den Spurenelementen.

Jodmangel

Fehlt nun Jod, können nicht genug Hormone gebildet werden. Dasversucht die Schilddrüse mit der Bildung von zusätzlichem Gewebe auszugleichen.

Dies führt zur Vergrößerung der Schilddrüse, zum sogenannten Struma oder Kropf. Anzeichen können sein: Engegefühl am Hals, Schluck- und Atembeschwerden, außerdem Lern- und Merkschwierigkeiten, Nervosität, Wachstumsstörungen. Der Arzt diagnostiziert das Struma mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung.

In Deutschland haben etwa 21 % der bis zu Zehnjährigen und ca. 52 % der Elf- bis Achtzehnjährigen eine vergrößerte Schilddrüse.

Ist die Zufuhr in der Schwangerschaft zu gering, führt das zur Kropfbildung bei der Mutter und kann beim Kind zu Wachstumsstörungen und Fehlentwicklung von Organen führen.

Jodlieferanten

Milch, Milchprodukte, Eier und Gemüse enthalten etwas Jod. Besser geeignet ist Seefisch.

Deshalb empfehlen Ernährungsexperten auch zwei Fischmahlzeiten pro Woche.

Wer das nicht schafft, sollte auf jeden Fall jodiertes Speisesalz bzw. damit versehene Lebensmittel (5g Salz enthalten etwa 100 µg Jodid) verwenden.

Wenn einen Unterversorgung vorliegt, ist die Einnahme von Jodidtabletten anzuraten. Diese gibt es zu 100 und 200 µg rezeptfrei in der Apotheke.

Schwangere und Stillende sollte zusätzlich immer 200 µg Jodid täglich einnehmen. Es gibt sie auch in Kombination mit Folsäure und anderen Vitaminen. Durch den erhöhten Bedarf ist das wichtig. Sonst können die Folgen für das Kind bei Unterversorgung gravierend sein.