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Schlaf

Was ist Schlaf?

Der Schlaf ist ein Zustand, der durch geringe körperliche Aktivität gekennzeichnet ist. Wir nehmen kaum etwas wahr, unser Bewußtsein ist aufgehoben.

Normaler, d. h. gesunder Schlaf ist durch das Aufeinanderfolgen verschiedener Schlafphasen gekennzeichnet, in denen wir unterschiedlich tief schlafen.

Unterschieden wird dabei zwischen den sog. REM-Phasen und den Non-REM-Phasen, die sich im Verlauf des Schlafes abwechseln.

Der REM-Schlaf ist gekennzeichnet durch schnelle Augenbewegungen (Rapid Eye Movements) und erhöhte Herz- und Atemfrequenz. Bei Messung der Hirnströme (EEG) ist eine starke elektrische Aktivität sichtbar.

In den REM-Phasen träumen wir und Erinnerungen werden gespeichert. Ein Schlafzyklus mit Non-REM- und REM-Phase dauert etwa 80 bis 110 min.

Pro Nacht schlafen wir vier bis fünf solcher Zyklen. Immer am Ende eines solchen Schlafzykluses ist das Aufwachen am leichtesten möglich, wir fühlen uns dann ausgeschlafen.

Schlafdauer

Damit unser Körper sich in der Nacht erholen kann, sind ausreichend Tief- und Traumschlaf nötig.

Schlafdauer und Schlafprofil ändern sich altersabhängig.

Ein Säugling schläft etwa 16 Stunden am Tag, zu ca. 50% besteht sein Schlaf aus REM-Phasen.

Die Schlafdauer beim Erwachsenen variiert zwischen 5 und 10 Stunden, wobei die REM-Phasen einen Anteil von 20% haben.

Der tiefste Schlaf findet zu Beginn der Nacht statt, die REM-Phasen werden im Verlauf der Nacht länger. Ältere Menschen schlafen weniger tief und wachen häufiger auf.

Ursachen von Schlafstörungen

Wenn wir schlecht ein- oder durchschlafen können oder zu früh erwachen, empfinden wir das als Störung.

Wichtig ist, dass wir hier die mögliche Ursache herausfinden, ebenso ob die Schlafstörung akut ist oder schon chronisch verläuft.

Ursachen für Schlafstörungen sind vielfältig. Dazu zählen z. B.

  • Bewegungsmangel,
  • falsche Ernährung, vor allem späte, schwerverdauliche Mahlzeiten,
  • Fernsehen im Bett,
  • Umwelteinflüsse (wie Lärm, Mondphasen),
  • Medikamenteneinnahme (z. B. coffeinhaltige Medikamente, Hormone), Erkrankungen (Depressionen, Schmerzen, Juckreiz, Herzinsuffizienz, Atembeschwerden),
  • besondere Lebensphasen (Wechseljahre, Schwangerschaft),
  • stressbedingte Alltagssituationen (Schichtdienst, Partnerschaftsprobleme, Todesfall, berufliche Überforderung, Kleinkinder).

Von Schlafstörungen betroffen sind Frauen häufiger als Männer, ältere Menschen häufiger als jüngere. In Deutschland leiden etwa 20% der Bevölkerung an Schlafstörungen.

Allgemeine Tipps

Es ist empfehlenswert zuerst schlafstörende Faktoren, soweit möglich, auszuschalten. Frische Luft, eine gute Matratze und notfalls ein Paar Ohrstöpsel helfen manchmal schon viel. Weitere nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten von Schlafstörungen reichen von einer Änderung der Lebensgewohnheiten, Entspannungstechniken, gesundheitsfördernden Maßnahmen bis hin zur Verhaltenstherapie.

Hilfe aus der Natur

Leichte Formen von Schlafstörungen oder nervös bedingte Unruhe können sehr gut mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden.

Pflanzliche Beruhigungsmittel wirken oft zeitlich verzögert und die vollständige Wirkung ist häufig erst nach ein paar Tagen da. Nehmen Sie diese Präparate insbesondere bei nervöser Unruhe schon tagsüber ein und ausreichend lange (1-2 Wochen).

Zu den pflanzlichen Beruhigungsmitteln zählen Extrakte aus Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume. In Medikamenten werden sie teilweise einzeln, zumeist aber kombiniert eingesetzt, z.B. in Kytta Sedativum® oder Allunapret®.

Bei pflanzlichen Schlafmitteln ist es wichtig, ausreichend hoch dosierte Produkte zu verwenden. Leider sind auch eine ganze Reihe niedrig dosierter Produkte im Handel. Diese können manchmal sogar zu paradoxen Reaktionen führen, das heißt leicht anregend wirken.

Unter dem Namen Sedariston® gibt es auch eine Kombination aus Baldrian und Johanniskraut zur Beruhigung.

Schlafstörungen verbunden mit leichten Depressionen sprechen oft sehr gut auf hochdosierte Johanniskraut-Medikamente (z. B. Felis® 425) an.

Andere Schlafmittel

Stärkere Schlafmittel auf der Basis so genannter ”Antihistaminika” gibt es auch rezeptfrei in der Apotheke (z. B. Vivinox® Schlaftabletten stark, Gittalun®, Hoggar® oder Betadorm®). Allerdings sind diese Mittel nicht geeignet für Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom).

Ärztliche Hilfe

Schwere Formen und chronische Schlafstörungen werden nach einer ärztlichen Diagnose therapiert. Chronischer Schlafmangel kann zu Folgeerkrankungen, z. B. zu Depressionen, Magen-Darm-Erkrankungen, koronaren Herzerkrankungen oder auch Alkoholmissbrauch führen. Daher sollte hier der Arzt unbedingt konsultiert werden.

Zumeist kommen dann die verschreibungspflichtigen, stark wirksamen Schlafmittel zum Einsatz. Einige dieser Medikamente führen zur Gewöhnung oder Abhängigkeit. Eine regelmäßige Behandlung mit diesen Mitteln sollte daher möglichst zwei bis maximal vier Wochen betragen. Weitere Nachteile dieser starken Schlafmittel können z. B. ein verändertes Schlafprofil (fehlender REM-Schlaf), Nebenwirkungen bei Alkoholgenuß, Tagesmüdigkeit, vor allem bei sehr später Einnahme sowie Schwindel sein.