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Verstopfung

Verstopfung ist ein häufig verbreitetes Übel, doch gerade der häufige Gebrauch von einigen Abführmitteln kann die Probleme noch verschlimmern.

Bei Darmträgheit und Verstopfung handelt es sich wahrscheinlich um die häufigsten Verdauungsprobleme der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen.

In den meisten Fällen liegen keine organischen oder krankheitsbedingten Ursachen vor. Sondern die Verdauungsprobleme sind Folge der veränderten Lebensweise in unserer modernen Gesellschaft.

Man spricht auch von einer Zivilisationskrankheit. Ursachen für Verstopfung können sein: ballaststoffarme Ernährung,

mangelnde Bewegung (sitzende Computerarbeit, eingeschränkte Beweglichkeit im Alter), zu geringe Trinkmenge, Stress und Hektik im Alltagsleben und der damit verbundene Zeitmangel für die geregelte Stuhlentleerung

Was ist Verstopfung?

Verstopfung wird definiert als verzögerte Entleerung von meist hartem und trockenem Stuhl.

Normal ist Stuhlgang von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich.

Erfolgt die Stuhlentleerung seltener als dreimal pro Woche, werden zu geringe Mengen in einer zu festen Konsistenz entleert, liegt eine Verstopfung vor.

Wenn dieser Zustand länger als drei Monate anhält, spricht man von chronischer Verstopfung. Meist ist dabei die Darmentleerung mehr oder weniger schmerzhaft und nur unter starkem Pressen erfolgreich.

Die Gründe für Verstopfung

Zum einen kann es krankheitsbedingt zu Problemen beim Stuhlgang kommen, beispielsweise durch Hämorrhoiden.

Fehlende Aktivität und körperliche Trägheit können dazu beitragen, dass die normale Darmbeweglichkeit eingeschränkt ist und die Entleerung dadurch gebremst wird.

Gerade auf Reisen kommt durchs längere Sitzen die Verdauung schnell durcheinander.

Zu wenig aufgenommene Flüssigkeit führt zu Darmträgheit, deshalb leiden viele ältere Menschen unter Verstopfung.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Schuld daran sind nach neuesten Erkenntnissen die weiblichen Sexualhormone, die einen beruhigenden Effekt auf die Darmmuskulatur haben.

Manchmal können auch Medikamente daran Schuld sein, dass es mit dem Stuhlgang beschwerlich wird, z. B. ist das bei sehr starken Schmerzmitteln, manchen Psychopharmaka und einigen Mitteln gegen zu hohen Blutdruck der Fall.

Was kann man tun?

Zu aller erst ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, d.h. 1,5 bis 2 Liter am Tag und entsprechende Bewegung zu achten. Auch eine leichte Bauchmassage kann die Darmtätigkeit unterstützen. Man sollte den Stuhldrang nicht unterdrücken und sich auf der Toilette Zeit lassen. Außerdem ist auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung zu achten.

Bei Verstopfung als Folge ärztlich verordneter Medikamente sind auch im Ausnahmefall Mittel gegen Verstopfung auf Rezept verordnungsfähig.

Hilfe bei Verstopfung

Oft reichen aber Ernährung und Bewegung nicht aus. Quellmittel wie Leinsamen (Linugran®) oder indischer Flohsamen (Mucofalk®), eingenommen mit ausreichend Flüssigkeit regen die Peristaltik des Darmes an.

Auch Fruchtsäuren regen die Darmtätigkeit an. Getrocknete Pflaumen oder Feigen haben sich als Hausmittel bewährt.

Zu empfehlen ist auch Lactulose-Sirup, er kann wenn nötig über einen längeren Zeitraum und auch von Diabetikern, Schwangeren und Kindern eingenommen werden. Dabei wirkt Lactulose stärker als der bei Säuglingen eingesetzte, beonders milde Milchzucker (Lactulose).

Analog funktioniert Macrogol, eine wasserbindende Substanz (Movicol®). Auch hier gibt es keine Gewöhnungseffekte.

Dickdarmreizende Laxantien wie die pflanzlichen Anthrachinone aus Aloeblättern, Rhabarberwurzel, Faulbaumrinde und der Senna-Pflanze (z. B. Regulax® Früchtewürfel) sorgen dafür, dass Wasser in den Darm abgegeben wird, gleichzeitig entziehen sie dem Körper aber auch Elektrolyte und können damit bei Dauergebrauch zur Darmträgheit und letztendlich zur Abhängigkeit führen. Sie sollten deshalb nur kurzzeitig eingenommen werden.

Ähnlich wirken Bisacodyl und Natriumpicosulfat (Dulcolax®, Laxoberal®, Pyrilax®). Sie sind aber etwas besser verträglich. Trotzdem sollten sie möglichst nicht zum ständigen Dauereinsatz kommen.

Alle Mittel zum Einnehmen brauchen 6 bis 8 Stunden bis zum Wirkeintritt.

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, stuhlerweichende Substanzen, wie Glycerin, in Form von Zäpfchen oder Klistieren zu verabreichen (z.B. Milax®, Nene-Lax®, Microklist®).

Eine besonders milde Form sind Zäpfchen, die durch Gasentwicklung (Kohlendioxid) und die dadurch bedingte Dehnung der Darmwand den Stuhlgang herbeiführen.

Bei Zäpfchen und Klistieren erfolgt der Wirkeintritt sehr schnell und auch eine Anwendung bei Schwangeren und kleinen Kindern ist möglich (Babylax®).